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Schon wieder schien es Petrus nicht allzu gut zu meinen, doch das konnte den Flohzirkus nicht davon abhalten,
zum vereinbarten Termin am 08. Dezember in Sankt Augustin zu erscheinen. Mit drei randvoll beladenen Autos fuhren die
drei Helferinnen, Initiatorin Ella Trost vom Team sowie zwei Eltern, vor und bauten zunächst draußen vor der Tafel
einen Tapeziertisch auf. Auf diesem sollten eigentlich die vielen Kleidungsstücke und Spielsachen präsentiert werden,
doch einsetzender Regen machte diesem Plan einen Strich durch die Rechnung. Kurzerhand dienten die Ladeflächen der Autos
als Angebotsflächen und die Heckklappen als Regenschutz.
Noch beim Aufbau des Standes am Samstagmorgen schienen die Aussichten ziemlich trüb zu sein: Viele Regentropfen und
ein kräftiger Wind sorgten für erschwerte Bedingungen für die fleißigen Helfer. Doch mit dem Startschuss für den
Nikolausmarkt nachmittags um 15 Uhr blieb es für den Rest des Tages und Abends trocken. Nach und nach füllte sich der
Platz und mit dem Einbruch der Dunkelheit kam schließlich auch vor-weihnachtliche Stimmung auf.



Jetzt war es wieder soweit: An einem Samstag im Oktober hieß es wie in jedem Herbst "Ran an Schubkarre, Schere, Rechen,
Besen und Pinsel!" Die Eltern der Kita-Kinder waren tatkräftig und zahlreich, teilweise samt Nachwuchs, zur obligatorischen
Gartenaktion erschienen.
Eingeteilt in verschiedene Teams, ging es frohgemut ans Werk. Unkraut wurde aus den Fugen gekratzt, Zäune und Wände mit
frischer Farbe versorgt, Blätter zusammengerecht und Büsche und Bäume beschnitten. Das Schnittwerk wurde eifrig abgefahren
und vor dem Haus gesammelt. Schon bald lichteten sich die Beete und der Haufen an Blättern und verschiedensten Ästen wuchs
Stunde um Stunde zusehends.
Aber nicht nur draußen, sondern auch in der Küche des Gebäudes waren fleißige Hände am Werk. Damit war für eine schmackhafte
und wohltuende Mittagspause gesorgt, die sich alle Helfer absolut verdient hatten. Frisch gestärkt wurden weiter Pinsel
geschwungen und Unkraut gezupft - bis Gebäude und Gelände schließlich in neuem Glanz erstrahlten.
Ein Stückchen Kuchen noch - da war der Nachmittag fast schon rum und die Glieder langsam etwas müde.
Beim Zusammenpacken und Aufräumen waren sich alle einig: Gut und gerne investierte Stunden für den Kindergarten,
für die Kinder und nicht zuletzt für ein intensives Miteinander.
Dann begann auch schon die Führung über das Außengelände des Hofs. Neben Pferden, Eseln, Ziegen, Gänsen sahen
und erfuhren wir viel über Hühner, Kühe und Kaninchen. Stefan erzählte uns spannende und lustige Geschichten
über die Tiere. Wir erfuhren auch viel Wissenswertes über die Ernährung der Tiere, ihre Pflege, ihre Entwicklung
und ihr Verhalten. So zum Beispiel über "die Welt der Schweine": Wir haben teilweise am eigenen Leib erlebt,
dass kleine Ferkel wahre Allesfresser sind - nachdem sie uns kurz beschnuppert hatten, knabberten sie hemmungslos
an unseren Hosen und Jacken. Also haben wir das Schweine-Gehege schnell wieder verlassen, um uns die Schafherde
anzuschauen. Dort durften wir Lämmchen streicheln und wurden Zeugen, wie das Schaf mit der meisten Wolle geschoren
wurde. Das war sehr spannend. Das Schaf hielt ganz still bei der Prozedur und am Ende hatte es bestimmt ein Kilo
Wolle abgegeben. Wir erfuhren, dass die kleinen Lämmer nach der Schur Schwierigkeiten haben, ihre nun doch sehr
veränderte Mutter wieder zu erkennen.
Apropos Tier-Kinder: Bei einem sehr zahmen Bullen-Zwillingspaar, das wir mit Gras füttern durften, erzählte uns Stefan,
dass deren Kinder innerhalb von einer halben Minute nach der Geburt laufen lernen. Wirklich beeindruckend,
wenn man bedenkt, dass das bei uns Menschen ja mitunter 1 Jahr oder länger dauert.
Nach so viel Sehen, Fühlen, Erleben und Staunen waren wir ganz schön hungrig und freuten uns riesig auf das
leckere Mittagessen. Danach ging's an die Arbeit: Da der Schwerpunkt unseres Projekts auf dem Thema
"Schafe und Wollverarbeitung" lag, führte uns Stefan in die Technik des Filzens ein. Jedes Kind durfte alle
Arbeitsgänge mitmachen.
Am Ende hatten wir ganz viele Filz-Bälle hergestellt, die wir als Souvenir mit nach
Hause nehmen durften. Ein unvergesslicher Tag!
Impressionen vom Besuch auf Gut Ostler mit vielen Bildern gibt es hier (1 MB)
Tagebucheintrag 14.05.2009
Nach einem Tag Verschnaufpause erlebten wir heute den krönenden Abschluss unseres Bauernhof-Projekts:
Zwei echte Märchenerzählerinnen - die Bonnerin Christa Saamer und ihre "Kollegin" - haben uns in der Kita besucht.
Im Gepäck hatten sie ein Spinnrad, einen Teppich, eine Laterne, einen Märchen-Backofen und viele andere spannende
Sachen. Wir erfuhren viel über unterschiedliche Woll-Arten, über die verschiedenen Verarbeitungsmöglichkeiten von
Wolle und vor allem über den Spinn-Vorgang. Danach nahmen uns die beiden Erzählerinnen mit auf eine Märchenreise.
Zu Kalimba-Klängen hörten wir, wie die arme Müllerstochter für den König Stroh zu Gold spinnen sollte und welche
Rolle ein bestimmter Zwerg namens "Rumpelstilzchen" dabei gespielt hat.
Glücklich und mit Märchenstaub in den
Haaren verabschiedeten wir uns mittags von den tollen Erzählerinnen. Das war ein wirklich märchenhafter Abschluss
unseres Projekts. Obwohl: ganz fertig sind wir noch nicht - es gibt noch viel Wolle zu verarbeiten!
Impressionen von der Märchenstunde mit vielen Bildern gibt es hier (1 MB)